Theo Waigel boykottiert Preisvergabe an AfD-Funktionär

Theo Waigel boykottiert Preisvergabe an AfD-Funktionär

Ex-Bundesfinanzminister will nicht als Laudator bei der Vergabe des Titels „Bayerischer Stammtischbruder 2016“ auftreten

AfD kritisiert nach Theo Waigels Absage Doppelmoral der CSU

Die AfD-Landesverbände von Bayern und Sachsen haben der CSU eine unerträgliche Doppelmoral vorgeworfen. „Die CSU kann nicht erst gemeinsam mit Sachsens CDU ein Leitkultur-Papier mit Bekenntnissen zu Heimat und Tradition verabschieden und dann den ‚Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur‘ (VEBWK) boykottieren, nur weil dessen Vorsitzender Franz Bergmüller AfD-Funktionsträger ist“, betonten der bayerische AfD-Vorsitzende Petr Bystron und Sachsens Landesvize Thomas Hartung in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Hintergrund ist die Absage von Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) als Laudator bei der Vergabe des Titels „Bayerischer Stammtischbruder 2016“ am 13. Oktober in München, weil Bergmüller auch Kreisvorsitzender der AfD Rosenheim sei. „Dieser Rückzieher ist umso unverständlicher, als Bergmüller lange Jahre selbst CSU-Mitglied war und als anerkannter Wirtschaftsfachmann gilt, der im Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Bezirksvorsitzender in Oberbayern ist“, sagte Bystron. Der CSU liefen seit Monaten „sowohl hochkarätige Mitglieder wie auch die Wähler in Scharen weg“. Franz Bergmüller sei das beste Beispiel dafür.

„Da uns die CSU nicht argumentativ gewachsen ist, versucht sie es nun mit Behinderungen, Einschüchterungen und Ausgrenzung“, meinte Bystron und kritisierte zu Weigels Verhalten: „Nun ist es schon so weit, dass man Brauchtum und Heimatliebe nur mit der ‚richtigen‘ Gesinnung ausleben darf.“ Der bayerische Landeschef erinnerte an die früheren Redner der CSU bei der Vergabe des Titels „Bayerischer Stammtischbruder“. 2014 hatte Bayerns Finanzminister Markus Söder die Lobrede gehalten und 2015 Landtagspräsidentin Barbara Stamm.

Waigel widerrufe seine Zusage nun unter anderem mit der Begründung, (Zitat) „dass man mit Demokraten nicht spielen kann“. Offenbar hält er seine beiden CSU-Parteifreunde nicht für Demokraten, betonte Bystron und fügte hinzu: „Das zeugt nicht nur von Doppelmoral innerhalb der CSU, sondern auch von einem eigenwillig interpretierten Demokratieverständnis eines Politikers, der eigentlich wissen sollte, wie man respektvoll mit Oppositionskräften umgeht.“ An solchem Verhalten sehe man, „welche Angst die CSU vor der AfD in Bayern hat“, sagte Bystron.

 

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